Pole Poppenspäler Tage 2015 - Rückblick

Prinzessin auf der ErbseDie gestiefelte Katze
Mit einem Knall aus dem All
Figurentheater Wolkenschieber, Griebel
So knallig wie der Titel, so unaufdringlich spektakulär liebenswürdig kam diese Aufführung daher und beim Publikum begeistert an!
Dr. Dingeldein ist ein etwas zerstreuter Astronomie-Professor, der mit allerlei technischem Schnick-Schnack seit langer Zeit erfolglos auf der Suche nach Außerirdischen ist.Vor dem Betreten seines bestens ausgerüsteten Labors kommuniziert sogar seine Tür auf enervierende aber lustige Art mit ihm, bevor sie sich ihm öffnet. Das wird zu einem Running Gag, bei dem man Stanley Kubricks Science-Fiction-Klassiker „2001 – Odyssee im Weltall“ erinnert wurde, in dem es auch schon sprechende Computer gab. Der Professor besitzt sogar ein höchst wirksames Mittel, um gegebenenfalls Aliens mit bösen Absichten abwehren zu können. Eines Nachts meldet dann seine Überwachungsanlage tatsächlich die Landung eines Ufos in seinem Garten. Die sich aufbauende Spannung wirkt nie beängstigend, weil sie sehr humorvoll erzeugt wird. Da hüpft dann zunächst ein kleines Fellknäuel durchs Labor, was für viele Lacher sorgt und den guten Professor ganz schön durcheinanderwirbelt, bis der eigentliche Außerirdische namens Gubi El Gobi mit typischerweise grünem Aussehen in seiner Raumkapsel erwacht und feststellen muss, dass diese kaputt ist. Obwohl er nicht die Sprache des Professors, sondern ein sehr putziges Kauderwelsch spricht, verstehen er und der Professor sich bald ganz gut. Gekonnt stellt der Puppenspieler die verbale und nonverbale Kommunikation seiner Figuren dar. „Takatank“ heißt beispielsweise Danke, was allen Zuschauern sofort verständlich ist. Es beginnt eine Annäherung zwischen dem freundlichen Gubi und Dingeldein, der dem Fremdling in seiner Notlage und zur Rückkehr auf seinen Heimatplaneten verhilft. Als Dank erhält der Professor von Gubi den Bauplan für ein tolles Raumschiff und wird letztendlich später sogar zu einem Kongress im Weltall eingeladen – Happy End mit positiven Perspektiven für beide.
Für Kinder sehr anschaulich aber ohne jeglichen erhobenen pädagogischen Zeigefinger wird die Annäherung Fremder dargestellt. Die Spielweise ist durchgehend kurzweilig und immer sehr warm und einfühlsam. Das sehenswerte Bühnenbild ist wohltuend klar und enthält viel Liebe zum Detail, die Figuren sind teilweise selbst erschaffen und entwickeln im Spiel ein hübsch anzusehendes Eigenleben.
Gebanntes Interesse der kleinen und groĂźen Zuschauer, viele Lacher und langer Applaus waren der Dank fĂĽr ein rundum gelungenes StĂĽck Figurentheater.
Prinzessin auf der ErbseDie gestiefelte Katze
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