Pole Poppenspäler Tage 2016 - Rückblick

Holzkopftexte und HexenliederBei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt
Höhlen Geschichte
Papiertheater Nürnberg / Kranewit Theater
Eine weiße Wand aus Papier, ein helles Rechteck entsteht, zwei dunkle Kreise und ein halbiertes Oval fügen sich dort ein – ein Gesicht? Für die Visualisierung des Höhlengleichnis des Philosophen Platon spielt Johannes Volkmann mit den von ihm bevorzugten Materialien und Ausdrucksformen: Papier und Schatten. Er lässt sich Zeit beim Entwickeln dieses Gleichnisses, spricht sehr gelassen, lässt dem Zuschauer Zeit, über das Gesagte nachzusinnen. Dabei wechselt er auch immer mal wieder die Seiten. Meistens erzeugt er Schatten von der Rückseite der Papierwand, doch bisweilen tritt er auch davor. Die Konturen eine Höhle zeichnen sich als Hell im Dunkel ab, der Schatten einer Axt erscheint. Über allem schwebt ein dunkler Punkt. Die Axt verschwindet, wird verdrängt von anderen Bildern. Es kommt Farbe ins Spiel. Wir sehen die Silhouette von Johannes Volkmann zeitgleich in Rot und Grün vereint mit dunklen Überschneidungen, wie für einen Tanz á la Alexis Sorbas. Die Schatten bewegen sich. Und dann reißt die Papierwand auf. Der Spieler "frißt" sich durch die Wand. Das Loch wird so groß, dass er hindurchsteigen kann, auf die Seite der Zuschauer. Die Befreiung aus der Höhle?
Volkmann inszenierte das Spiel für Kinder ab 7 Jahren. Die Inszenierung wagte den Spagat zwischen der philosophischen Frage des Höhlengleichnisses und dem kindlichen Spiel. Das aufgespannte Papier war die Bühne auf der die Höhlengeschichte augenzwinkernd nachfragte: in welcher Höhle leben wir eigentlich?
Ein ruhiges Spiel, das durch eben diese Ruhe herausforderte, sich mit dem Gesehenen und der Philosophie Platons auseinanderzusetzen. Eine Meinung der jugendlichen Zuschauer: "Die Botschaft wurde verständlich übermittelt".
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