Pole Poppenspäler Tage 2016 - Rückblick

Freue Dich gesundSchweinchen Wilbur und seine Freunde
Menschen und Orte - Theodor Storm
und Bergfest

Jochen Missfeldt, Christian Demandt
Es ist wieder soweit! Bergfest, wie die Veranstalter es nennen. Traditionell ist der Mittwoch w√§hrend des Festivals der Tag, an dem es kein Puppenspiel gibt. Im Vordergrund steht die Begegnung verbunden mit der M√∂glichkeit etwas √ľber Husums Geschichte zu erfahren.
Diesmal ein Abend im Zeichen Theodor Storms. Ist da nicht schon alles gesagt und erforscht worden, könnte man sich fragen?
Nein, denn Theodor Storm ist immer noch aktuell und bietet neue Interpretationsm√∂glichkeiten. An diesem Abend wird die Beziehung des Dichters zu seiner Stadt neu beleuchtet. Ein kleines B√ľchlein unter dem Titel "Menschen und Orte", Edition A.B. Fischer, zeigt Fotos aus Storms Leben, an den Seitenr√§ndern dazu passende Gedichte oder Briefe und eine kurze biographische Abhandlung zu den einzelnen Lebensphasen.
Der Sekret√§r der Storm Gesellschaft, Christian Demandt und Jochen Missfeldt, Schriftsteller, f√ľhren in dieses Buch mit Bildern und Texten ein.
Ein kurzweiliger Abend, denn dank der beiden Referenten wurde es keine literaturwissenschaftliche Abhandlung. Eloquent, inspirierend durchaus kritisch stellen sie den Sohn der "grauen Stadt am Meer" den zahlreichen Zuhörern im Kulturkeller vor, ergänzt durch die Fotos der Fotografin Angelika Fischer.
Anschlie√üend wurden die Zuh√∂rer auf zwei unterschiedlichen Wegen durch die Stra√üen Husums zum Storm Museum gef√ľhrt. Auf dem Weg lernte man noch Wohnh√§user der Familie Storm kennen. Erstaunlich viele H√§user sind noch erhalten, sogar Storms Wohnhaus, in dem er sich als Rechtsanwalt nieder lie√ü, bewohnt auch heute noch ein Rechtsanwalt. So wird Lebensgeschichte erlebbar.
Auch das Storm Museum ist fast noch im Originalzustand wie Storm es mit seiner Frau und seinen Kindern 1866 bezog. Wohnzimmer, Treppenhaus, Dichterstube ¬Ė von Storm Poetenst√ľbchen genannt - spiegeln die Zeit des B√ľrgertums wider. Sogar der Schreibtisch, an dem er den Schimmelreiter schrieb und der Fl√ľgel, an dem Lieder f√ľr seinen Chor √ľbte, geh√∂ren zum Interieur des Storm Hauses.
In den unteren R√§umen ist eine Ausstellung von Theodor Storm und Thomas Mann ¬Ė eine Begegnung ¬Ė zu sehen. Eine nach museumsp√§dagogischen Gesichtspunkten gestaltete moderne Darbietungsform wirkt in diesen historischen R√§umen ein wenig befremdlich und dennoch spannend. Aber was fasziniert an diesen Literaten, was haben sie gemeinsam, welche Themen waren ihnen wichtig? Viele Fragen, doch f√ľr die Antworten war die Zeit leider zu knapp, um sich intensiver mit den beiden Herren zu besch√§ftigen. Denn schlie√ülich macht Wissbegier auch hungrig.


In Hartmanns gem√ľtlicher K√ľche warteten leckere Kleinigkeiten, wie Suppe und vegetarischer Hamburger sowie Bier und Wein auf die G√§ste.
In kleinen und gr√∂√üeren Runden nahmen Puppenspieler, G√§ste, Veranstalter und die Stormkenner an den Tischen Platz, um zu kl√∂nen und zu diskutieren. Klaus Hartmann sorgte mit Leidenschaft f√ľr seine G√§ste, erl√§uterte kurz und knapp seine kulinarischen Eigenkreationen, wobei ein flapsiger Spruch selten fehlte.
Es war ein wirklich gelungener Abend!
Liebe Festivalorganisatoren mit eurem Bergfest gelingt euch etwas, wof√ľr manche Firmen und Organisatoren viel Geld ausgeben, in der Hoffnung, die Beteiligten lernen sich kennen und eine positive Stimmung entsteht.
Doch ihr als F√∂rderkreis wusstet schon immer, dass Begegnungen, Gespr√§che, gemeinsame Erlebnisse, der Schnack mit anderen und gem√ľtliche Atmosph√§re im Herzen bleiben und manchmal dauerhafter sind als jedes au√üergew√∂hnliche Theatererlebnis.
Und das ist gut so!
Freue Dich gesundSchweinchen Wilbur und seine Freunde
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