Pole Poppenspäler Tage 2016 - Rückblick

Consuelo mon amourDas patentierte Krokodil
Der Lindwurm / Puppenspieler stellen sich vor
Stephan Rätsch, Dr. Astrid Fülbier
September in Husum – Poppenspälerzeit – sonnige spätsommerhafte Tage an denen sich das Laub noch nicht verfärben mochte. Im Morgensonnenschein versammelte sich im Herzoginnengarten des Schlosses eine Gruppe Menschen. Und dann kam er: Stefan Rätsch. In dieser so ganz besonderen Stimmung zeigte er "Der Lindwurm", die Sage vom letzten mecklenburgischen Drachen. Sein Kostüm war eine Landschaft aus der die drei Schäfer und der Jäger auftauchten. Ohne weitere Technik, mit scheinbar ganz einfachen Mitteln, faszinierend auch durch die präzise Sprache des Künstlers, erlebten die Zuschauer großes Theater. Das Spiel ist Teil der Gemeinschaftsproduktion "Sagenhaft" des Landesverbandes Freier Theater Mecklenburg Vorpommern.
Anschließend trafen sich das Publikum und der Figurenspieler im Poppenspäler Museum.
Während der Plauderei über die Geschichte der Inszenierung durfte man die Figurenköpfe in die Hand nehmen. Aus der Nähe entdeckte man, dass der Dreikopf der Schäfer ziemlich kompliziert und der Drachenkopf sehr leicht und detailreich ist. Gerade letzterer erinnerte an die Dämonen, die man manchmal an den Kapitellen in Kirchen findet, oder in Bildern von Hieronymus Bosch.
Eine Sage mit Schäfern für die Inszenierung auszuwählen, passt durchaus zum Lebenslauf von Stefan Rätsch: Die Eltern waren bildende Künstler, so dass sein bildnerisches Talent früh geschult wurde. Später machte er, wie in der DDR üblich, eine Lehre und wurde für einige Jahre Schäfer. Das schärfte seine Beobachtungsgabe und lehrte ihn Geduld. Neben den Bildhauerarbeiten entstand ein graphisches Werk, dem man u.a. in den Plakaten zu den verschiedenen Spielen oder – alltagsnah – in den Visitenkarten des Künstlers begegnen kann.
Wir danken Stefan Rätsch für die interessante und kurzweilige Plauderei über sein (bisheriges) Leben und Werk.
Consuelo mon amourDas patentierte Krokodil
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