Pole Poppenspäler Tage 2016 - Rückblick

Klein FrankensteinHans im Gl├╝ck
The King
Stuffed Puppet Theatre, Amsterdam (NL)
Viele Menschen tr├Ąumen davon, ber├╝hmt zu sein. Ein Mensch, dem man zujubelt, der gefragt ist. Neville Tranter zeigt in "The King" die Kehrseite der schillernden Fassade. "The King", der seine Vorbilder in Michael Jackson, Prince oder Elvis Presley hat, ist ein Gefangener seines Erfolges und des Traumbildes, das er ├╝ber Jahre aufgebaut hat. Bewacht in einem Luxusheim, verfolgt von Superfans, Paparazzi und Reportern, seinen inneren D├Ąmonen ├╝berlassen, ist es irgendwann unm├Âglich, zu unterscheiden, wer im "wirklichen Leben" ein echter und wer nur ein scheinbarer Freund ist. Neville Tranter steigt in seine Darstellung am Ende der gro├čartigen Karriere des Superstars ein. Dieser ist ausgebrannt, f├╝hlt sich einsam und leer, nicht in der Lage die Erwartungen seiner Fans und Mitarbeiter zu erf├╝llen. Kurz gesagt ┬ľ der Burnout ist un├╝bersehbar. Dennoch soll wieder einmal eine gro├če Show steigen. "Alles, was ich wollte, war Singen". Jeder hofft, dass sich dann alles ├Ąndert, man zu altem Glanz zur├╝ckkehren kann. Doch die Mitarbeiter, die ein hohes Interesse am Wohl des Stars haben m├╝ssten, sind inkompetent. Einige haben nur ihr eigenes Wohl im Blick. Als der Star stirbt, schiebt jeder eine Verantwortung oder Mitschuld daran weit von sich. Eigentlich m├Âchten sie gar nicht glauben, dass die Lebensmuster der vorangegangenen Jahre nun beendet sind.
Wie immer schafft es Neville Tranter scheinbar m├╝helos seinen h├Ąsslichen, beinlos ├╝ber der Erde schwebenden, gro├čen Klappmaulfiguren Leben einzuhauchen, wenn notwendig auch als Stichwortgeber zu fungieren. Ob der Charakter nun ein depressiver Star, ein hilfloses Groupie, ein gewissenloser Arzt ist ┬ľ Tranter spielt sie alle mit der gleichen ├ťberzeugungskraft. Gro├čartig!
Klein FrankensteinHans im Gl├╝ck
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