Pole Poppenspäler Tage 2016 - Rückblick

Die Traumreise der Schildkröte Der Lindwurm / Puppenspieler stellen sich vor
Consuelo mon amour
Wonderfool Theater, Tübingen
In der Ankündigung zum Spiel wurde auf die Briefe verwiesen, die Consuelo de Saint Exupéry an ihren Mann Antoine schrieb. Glötzner zitierte aus diesen Briefen, doch das wohl berühmteste Werk Antoine de Saint Exupérys, „Der kleine Prinz“ war allgegenwärtig. Ebenso präsent war die Flugleidenschaft Saint Exupérys, die wahrscheinlich noch schwerer wog als seine Liebe zu Consuelo. Unterschiedlichste Flugzeuge warfen große Schatten an die Wände, starteten, zogen ihre Bahnen und landeten wieder auf einer weißen Kugel. Doch zu Beginn des Spiels wurde das Bühnenbild bestimmt von einer Reihe mit weißem Stoff verhüllter „Skulpturen“. Für die einzelnen Episoden des Spiels wurden sie eine nach der anderen befreit. Staffage, deren Sinn sich erst im Laufe des Spiels erschloss. Wenige Farbtöne bestimmten die Szene: Schwarz und weiss, das Gold einer Kopfbedeckung, das Rot einer Rose und das Blau vom Anzug des kleinen Prinzen.
Eine Rose mit goldenen Armen wirkte wie eine schlanke Frau im Abendkleid, deren Kopf der Blütenkelch ist. Später hing sie, ihres Kleides (dem rot ummantelten Arm des Künstlers) beraubt, einfach auf einer Stange. Aus einer Hutschachtel entstieg eine weiße Maske mit schwarzem, üppigem Stufenkleid. Und dann kam der Fuchs, wie einer dieser Fellkragen, die Anfang des 20. Jahrhunderts so beliebt waren. Glötzner visualisierte also die Figuren, die uns aus „Der kleine Prinz“ vertraut sind. Der Tod, ein nackter Schädel in einem Anzug, näherte sich der entblößten Rose. Die Schlage, aus rundlichen Gliedern wie eine Kette zusammengesetzt, wand sich um das Handgelenk des Spielers. Und dann kleidete sich der Mann auf der Bühne an für den letzten Flug von Antoine: Fliegerkappe und lederner Fliegermantel wurden in Szene gesetzt. Mit voller Montur einschließlich Fliegerbrille startete er in dem Flugzeug zum letzten Flug. Glötzner befreite sich von Ledermantel, Kappe und Brille und zog damit die weiße "Schaufensterpuppe" an, welche die ganze Zeit auf der Bühne stand. Der Absturz – die Schlange wurde als Schattenskulptur zum Symbol des Todes. "Es wird aussehen, als wäre ich tot, und das wird nicht wahr sein ..."
Glötzner entwarf in seinem Spiel faszinierende Bilder. Die Kenntnis der Biographie und des Werkes von Antoine des Saint Exupéry und seiner Frau Consuelo konnten diesen Bildern einen zusätzliche Tiefe verleihen.
Die Traumreise der Schildkröte Der Lindwurm / Puppenspieler stellen sich vor
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