Pole Poppenspäler Tage 2017 - Rückblick

Sindbad der SeefahrerLieber Martin
Gezeiten und Kunst
Birgit Empen
Der Mittwoch ist seit einigen Jahren einem Treffen von Festivalbesuchern, Puppenspielern und Festivalmachern gewidmet. Traditionell geht dem „Bergfest“ ein Spaziergang voraus, der in diesem Jahr bei windigem und leicht regnerischem Wetter vor die Tore Husums auf den Dockhoog führte.
Da auch gut fußläufig erreichbar, ist dieses Gebiet ideal als Naherholungsraum. Man kann die Gezeiten beobachten, in der wärmeren Jahreszeit schwimmen gehen oder sich einfach vom Wind durchpusten lassen und die Schafe auf dem Deich ansehen. In den kommenden Jahren soll es jedoch aus Gründen des Küstenschutzes eine Veränderung erfahren, die zur Zeit in den verschiedenen Gremien heiß diskutiert wird. Auf den Spuren Hauke Haiens ging es auf der Deichkrone hinaus. An der einen oder anderen Stelle hielt man inne und konnte Birgit Empen lauschen, die Ausschnitte aus Storms „Schimmelreiter“ las. Perdita Ehlert berichtete über die technische Seite des Deichbaus. Hier konnte sie aus den Berichten über die Veränderungen schöpfen, die auf Nordstrand in den vergangenen Jahren stattfanden, als der Außendeich massiv verstärkt wurde. Eigentlich eine Bauarbeit, die durch Dreck und Lärm Touristen abschreckt. Doch verwandelte der Tourismusverband diesen Nachteil mit Führungen über die Baustelle in ein exklusiv informatives Schmankerl, das eben nur temporär erlebbar war. Und dann gibt es am Dockhoog natürlich auch noch die Kunst im öffentlichen Raum wahrzunehmen: das Wattrelief von Lucia Figueroa etwa, das in diesem Jahr wieder etwas von dem wuchernden Deichgras befreit wurde und direkt an der Fußgängerstraße zum Dockhoog steht. Oder die Windhosen von Julia Bornefeld, die einmal mehr die stete Gegenwart der Energiequelle „Wind“ visualisieren. Oder, gleich zu Beginn der Deichkrone, Bänke – Kunstwerke geschnitten aus Rohren – die einladen sollen, dort zu verweilen und den einlaufenden Fischkuttern oder dem Sonnenauf- oder untergang zuzusehen.
Auf dem Rückweg dunkelte es bereits und jedermann freute sich auf die Wärme und auf die Gespräche über das Festival, vergangene und zukünftige Inszenierungen sowie auf das leckere Essen im Künstlercafé auf der Neustadt. Es war wieder ein sehr schönes „Bergfest“, das die Absicht des Festivals eine Begegnungsstätte für die verschiedenen Teilnehmer zu sein deutlich vor Augen führte.
Sindbad der SeefahrerLieber Martin
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