Pole Poppenspäler Tage 2017 - Rückblick

SalomeKasper, Wolf und sieben Geißlein
Puppenspieler stellen sich vor
Maria Zoppek (Meininger Staatstheater), Dr. Astrid Fülbier
Nur wenige Theater in Deutschland gönnen sich die Sparte „Puppenspiel“. In den „neuen Bundesländern“ war zu Zeiten der DDR das Ensemblepuppenspiel, wie es in osteuropäischen Ländern, vor allem der Sowjetunion gepflegt wurde, vorbildhaft. Diese Strukturen wirkten noch Jahre nach der Wiedervereinigung fort und bescherten den westdeutschen Zuschauern Inszenierungen, wie man sie sonst günstigenfalls seit den 1970er Jahren als Gemeinschaftsproduktionen des „Verbandes Deutscher Puppentheater e.V.“ erleben konnte.
Maria Zoppeck ist seit fast dreißig Jahren die Leiterin der Sparte Puppenspiel am Meininger Staatstheater und das mit großem Erfolg. Dort beginnen u.a. diplomierte Puppenspieler ihre Berufslaufbahn, doch mancher Puppenspieler im Ensemble hat zuerst eine Sänger- oder Schauspielausbildung erfahren und ist dann als Quereinsteiger zum Puppenspiel gekommen. Als Leiterin der Sparte fördert Maria diese Talente und Bestrebungen. Sie selbst hat das Figurentheater von der Pike auf gelernt – als Mitarbeiterin einer Puppenbühne. Später machte sie die Externenprüfung als Puppenspielerin.
Offen berichtete sie von ihrer damaligen Aufregung. Maria kann zwar gut brenzlige Situationen im Theater meistern, doch bei Prüfungen spielten ihr (zumindest früher) häufiger die Nerven eine Streich. Ebenso offen wie die Talentförderung ging sie stets die Vernetzung der Puppenspieler in den unterschiedlichsten Vereinigungen an. Das Meininger Staatstheater ist Mitglied im Verband Deutscher Puppentheater e.V. , in der UNIMA und auch beim ASSETEJ und der Landesarbeitsgemeinschaft Puppentheater in Thüringen.
Wie beliebt das Figurentheater in Meinigen ist, zeigte sich auch, als 2002 aus politischen Erwägungen die Schließung der Sparte in Meiningen drohte: tausende von Menschen demonstrierten dagegen, bildeten eine Kette um das Theater - nicht nur einmal, sondern über Wochen immer wieder.
Wichtig sind aber auch die Gastspiele u.a. bei nationalen und internationalen Festivals. In Husum gastierten „die Meininger“ in den vergangenen Jahren mit „Herr Rosendorn“, „Krabat“ und „Der kleine Hobbit“.
Es war wieder eine sehr kurzweilige Plauderei, die eine ungewöhnliche Facette eines Lebens für und mit dem Puppenspiel aufscheinen ließ. Vielen Dank dafür!
SalomeKasper, Wolf und sieben Geißlein
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