Pole Poppenspäler Tage 2017 - Rückblick

Kasper, Wolf und sieben Geißlein Tricycles
Räuber Hotzenplotz
Handmaids, Berlin
Die Kasperstory von Ottfried Preussler wurde in den vergangenen Jahrzehnten häufig inszeniert sowohl im Kinder(menschen)theater als auch im Figurentheater. Sie war den Kindern also bestens bekannt. So bekannt, dass sie sich am Fortgang der Geschichte durch Zwischenrufe beteiligten.
Sabine Mittelhammer von den handmaids aus Berlin hatte unter der Regie von Daniel Wagner in einer Mischung aus Schauspiel und Figurentheater eine Variante entwickelt, bei der immer wieder der Wort- und Spielwitz Wagners erkennbar war. Die Handpuppen hatten keine Ähnlichkeit mit den Geschöpfen, die den Kindern durch die Buchillustrationen von Josef Tripp vertraut sind. Das störte aber offenbar niemanden. Der Räuber war ebenso gut erkennbar wie der Kasper und die Großmutter. Die Geschichte mit der vertauschten Mütze funktionierte tadellos. Die Fee Amarillis hatte allerdings ein besonders eigenwilliges Aussehen, doch liegt Schönheit bekanntlich immer im Auge des Betrachters und charakterstark war diese Amarillis allemal!
Hübsch war auch die Idee, dass die Großmutter zu Beginn des Spiels, als sie ihren Enkel Kasper erwartet, erstmal einen ihrer berühmten Kuchen anrührte und in den Backofen schob. Der konnte während der Wiederbeschaffung der Kaffeemühle so vor sich hin backen und stand zur Feier der Rückkehr der geliebten Kaffeemühle zur Verfügung.
Fast überflüssig zu vermerken, dass man auch ein Lied aus dieser Vorstellung „mitnehmen“ konnte: „Ich mahl die Kaffeemühl, derweil wird der Kaffee kühl . . .“ vertauscht entweder bewusst die Reihenfolge der notwendigen Tätigkeiten beim Kaffeekochen oder lässt auf frühzeitige Vorbereitung für das nächste Kaffeekränzchen schließen. Egal – diese amüsante Inszenierung des Kinderbuchklassikers sollte man gesehen haben.
Kasper, Wolf und sieben Geißlein Tricycles
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