Pole Poppenspäler Tage 2017 - Rückblick

Oh, wie schön ist PanamaDas Märchen vom guten Ende
Heiliger Bima
Margi Budoyo, Hamburg / Indonesien
Während den vergangenen 34 Pole Poppenspäler Tagen war noch nie eine Bühne mit indonesischem Theater zu Gast gewesen. Bisher hatten lediglich Bühnen aus China (1991), Burma (2011) und Indien (2014) in Husum gastiert und den Festivalgästen das asiatische Figurentheater vorgestellt. Als der Pole Poppenspäler Förderkreis e.V. 2014 mit der „Sammlung Annette und Dr. Gerd Eversberg“ eine größere Anzahl indonesischer Wayang Figuren erhielt, wuchs der Wunsch, diese auch einmal in einem Theaterspiel zu sehen. Die Gruppe Margi Budoyo, die fast ausschließlich aus Menschen indonesischer Herkunft besteht, ist in Hamburg angesiedelt und kann dort regelmäßig in den Räumen der indonesischen Botschaft üben. Auch deshalb war es für den Pole Poppenspäler Förderkreis eine besondere Ehre, den indonesischen Generalkonsul in Deutschland zur Aufführung begrüßen zu können.
Margi Budoyo besteht aus mehr als 20 Mitgliedern und dem erfahrenen Dalang, Pak Maharsi, so dass es möglich ist, das Spiel mit den Live-Klängen eines klassischen Gamelanorchesters zu verfolgen. Spiel bedeutet immer auch so etwas wie Gottesdienst, denn der Dalang wird für die Dauer der Vorstellung zum Diener Gottes. Deshalb ist jeder Aufführung eine Zeremonie vorgeschaltet, die auf die besondere Situation der Darbietung einstimmt.
„Heiliger Bima“ war ein Schattenspiel, das den zweiten der fünf Pandava Brüder in heldenhaften und stets siegreichen Abenteuern präsentierte. Diese Geschichten finden sich im Mahabmarata, einem Epos von etwa 100.000 Versen, das in Asien weit verbreitet ist. Hier geht es im Wesentlichen um den Kampf zweier eng verwandter Geschlechter. Die Pandavas und die Kauravas kämpfen um die Herrschaft über die Stadt Hastinapura. Der Dalang trug die Texte im Wesentlichen in der indonesischen Sprache vor, in die sich aber gelegentlich englische und deutsche Worte mischten. Wie bei einer Oper war es keineswegs notwendig jedes Wort zu verstehen. Allein die Aktion der Figuren zu der für europäische Ohren exotischen und exakt passenden Musik zu beobachten, ließ die Zeit wie im Flug vergehen und machte neugierig auf weitere Aufführungen.
Oh, wie schön ist PanamaDas Märchen vom guten Ende
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